Neues Ziel? Neue Aufgabe!

Ich habe überlegt, diesen Blog nicht mehr allein für meine Meinungs-, sondern auch für meine Erfahrungsäußerungen zu verwenden. Meinungen werden heutzutage allzu häufig einfach nur kund getan; selbst in Talkshows findet kein Austausch mehr statt, sondern allenfalls eine lautstarke Besserwisserei. Als könnte man Wahrheit durch Lautstärke und Polemik erreichen.

Nein, meine Meinung soll nun nicht mehr im Mittelpunkt dieses Blogs stehen. Nicht dass ich nichts mehr zu sagen hätte über Dortmund, Deutschland und die Welt. Ich werde es weiterhin tun und auch an dieser Stelle verelektronisieren (verewigen wäre angesichts der Schnelllebigkeit und Vergänglichkeit der Massen des Internets zuviel verlangt).

Was stattdessen an dieser Stelle Platz finden soll, sind meine Erfahrungen über den Weg, den ich durch’s Leben zu gehen gedenke. Was erlebe ich auf diesem Weg, wie nehme ich die Welt wahr, wie begegnen mir meine Mitmenschen.

Warum das Ganze? Ende Mai fand in Bochum eine Veranstaltung der NHL-Selbsthilfegruppe NRW statt. Es handelte sich um eine Diskussion unter der Überschrift „Austherapiert: Das Ende vom Leben?“ Im Kreise der an NHL Erkrankten war ich nur als Angehöriger dabei, und doch hat mich unser Gast, eine evangelische Theologin, sehr ins Grübeln gebracht. Mit ihrer erfrischend aufrichtigen Art – es lebe die mittelwestfälische Offenheit – hat sie mich inspiriert, auch über mein Leben bzw. dessen Dahinfließen nachzudenken. Auf einmal stand die Frage im Raum, wie man es aufnimmt, wenn man erfährt, nur noch ca. drei Wochen Lebenszeit zu haben.

Ich habe eine Aufgabe! Dies war mein erster Gedanke. Und ich stellte fest, es wäre eine schreckliche Erkenntnis, sollte ich einst das Ticken der letzten Tage vernehmen und mich dieser Aufgabe bis dahin nicht gestellt haben.

Ich glaube, nicht das Lösen oder „Erledigen“ dieser Aufgabe ist mein Lebensziel. Aber ich möchte gerne danach suchen und – nach dem Erkennen – daran arbeiten. Ich weiß derzeit vielleicht noch nicht genau, welches meine Aufgabe ist. Ich ahne, was sie nicht ist: Das Herumschieben von Zahlen in einem Rechnungswesen welcher Art auch immer. Ich glaube aber, meine Aufgabe ist, dieser Welt etwas zurück zu geben.

Wir leben in einer Welt des Konsums. Unser Planet wird ausgebeutet, verschmutzt, vernichtet. Unsere Gesellschaft verrottet, die Menschheit vermehrt sich, doch eine Verbesserung des Lebens ist nicht festzustellen. Ich meine, dass im Konsum keine Lösung besteht. Obwohl ich mich persönlich davon natürlich nicht frei machen kann. Doch vielleicht kann ich meinen Verbrauch in dieser Welt aufwiegen, indem ich etwas zurückgebe. Und damit meine ich keinen Abfall.

So bestehen meine nächsten Schritte in der Suche. Und diese zu beschreiben, dazu dient dieser Blog.