Frank Schätzing – Limit – Hörbuch

Science Fiction light – etwas Thriller. Nicht herausragend, aber ordentlich

 Zum Inhalt des Buches:
Der Autor baut die Geschichte langsam auf. Er präsentiert uns zunächst eine ganze Palette von Personen, die später mehr oder weniger wichtig sind. So wird einem die gesamte Cast nur so um die Ohren gehauen. Zum einen gibt es eine Detektiven, der einem über eine erste Nebenhandlung ganz sympathisch, aber auch vielschichtig vorkommt. Man erhält Einblick in sein Gefühlsleben. Des weiteren trifft sich ein elitärer Club von Superreichen auf einer Insel, um zu einer Reise aufzubrechen: Dabei werden die Namen und Kurzcharakteristika stellenweise so runtergerattert, dass ich den Überblick verloren habe.

Die beiden Handlungsstränge bauen sich abwechselnd auf. Während mir die Detektiv-Geschichten-Protagonisten ganz genehm waren, nervte mich das über-eloquente Gelabere der High Society im Weltraum. Klar, so redet man heute, wenn man mehrere Milliarden auf dem Konto hat. Da fluppen die intelligenten Sprüche nur so und ein ständiges Hin und Her von Erwiderungen schwängert die Atmosphäre mit Geist. Naja.

Das Setting ist stets umfassend beschrieben. Die Welt in 15 Jahren, so könnte sie grundsätzlich aussehen, noch mehr bestimmt von Computer-Vernetzung, China als weiterer Supermacht, der Weltraum endlich erschlossen. Mit der nötigen Phantasie kann man die Schätzing-Welt ganz gut im Kopf nachbauen, immerhin laufen uns bei diesem Science Fiction keine glitschigen Aliens mit Fühlern auf dem Kopf über den Weg. Für die Beschreibungen der Orte, der Technik und der Geschichte bis dahin nimmt sich Schätzing wirklich Zeit.

Im späteren Verlauf zieht sich die Geschichte in die Länge. Immer wieder sind die Bösewichte kurz vor der Enttarnung, ups, wieder etwas schiefgelaufen. Dann hat man sie eingekreist und will sie fassen: Ach, schon wieder in die Hose gegangen. Insgesamt läuft für „die Guten“ immer wieder alles falsch, so dass sich die Killer bis zum jeweiligen Showdown durchretten. Für mich persönlich gab’s da einige dumme Pannen oder Zufälle zuviel, dadurch wurden einige Abschnitte reichlich vorhersehbar.
Insgesamt ist die Story aber ganz… ich sag mal: ordentlich. Nicht spektakulär, aber eine saubere, logische, miterlebbare Handlung, gut erzählt und auch sprachlich schön entspannend.

Zum Audio-Erlebnis:
Der Vorleser Heikko Deutschmann hat eine sehr angenehme Stimme, genau passend für dieses Buch, dieses Genre. Es machte mir Spaß, ihm zu folgen. Obwohl es ein SciFi-Thriller ist, konnte ich mich wunderbar einlullen lassen in die warme Sprache. Bei den Zitaten moduliert HD nur leicht: Gelungen der Detektiv mit seiner rauhen Stimme, etwas „naja“ die weiblichen Parts, mir ein bisschen zu „geweibelt“. Die Rollen spricht Heikko Deutschmann nicht so unterschiedlich wie z.B. ein Ruhfus Beck, aber ich konnte den Dialogen folgen und wusste stets – auch ohne Ansage -, wer gerade spricht. Ich habe aber auch ein Hörbuch gehört und kein Hörspiel, daher kann ich dem Sprecher die volle Punktzahl geben.

Meine Zusammenfassung:
In der Summe von der Story her etwas belanglos, aber doch recht ordentlich für den entspannten Hörer. Gut gelesen.