Der Libellenmann

ivon Braem, Harald

Alter Sack gammelt auf schöner Insel rum…

… damit ist auch schon der wesentliche Inhalt dieser … Geschichte, nein, eine solche ist es eigentlich nicht … der wesentliche Inhalt dieser Seiten fast abschließend aufgeführt. Schade, schade, schade!

Gerne hätte ich Herrn Braem mehr Sterne gegeben, ist er doch als ausgewiesener Freund von La Palma diesbezüglich fast ein Seelenverwandter. Aber was er hier abliefert ist nur eine Aneinanderreihung von Orten auf La Palma, die der ältliche Protagonist besucht. Meist geht es dabei um Baraquito und Essen, manchmal ums Vögeln, aber seltenst um den Plot, so denn einer beabsichtigt sein sollte.

Wer La Isla Bonita selber nicht kennt, kann mit diesem Buch nichts anfangen, oder woher soll der Tenekikki-Kenner den Mirador El Time kennen. Die Wuchtigkeit dieses Ortes wird leider im Orangenlikör ersäuft. Und selbst der Kenner dieser schönen Insel denkt sich, es gibt so vieles, was nicht nach Abhängen klingt und sich nicht so anfühlt.
Aber dieser Typ von Ich-Erzähler ist nur nervig. Ich habe mir einen ältlichen Herrn vorgestellt, etwas ausgebrannt von seinen Fotojobs in Kriegsgebieten, der eine erfolgreiche und natürlich jüngere Frau „beglückt“. Und ausnutzt. Er bleibt zudem leider so flach wie die anderen Gestalten, die durch die Blätter dieses Buches stolpern. Schade, schade, schade.

Das ist ein Buch, welches auch dem Konkursbuchverlag keine gute Reputation bringt. Ein Buch, was vielleicht gut aufgehoben ist in den Gebimsel-Läden von La Palma, wo sich begeisterte Touristen vielleicht etwas Feeling mit nach Hause nehmen wollen. Aber nein: Schade, schade, schade: Dies hinterlässt kein Urlaubsgefühl, welches zu konservieren wert ist.
Was ist eigentlich die Absicht dieses Buches? Was ist die Moral? Welcher Spannungsbogen bleibt mir verborgen? Wo will mich der Autor hinleiten? Womit will er mich verzaubern oder wohin mitnehmen? Nicht zur Isla Bonita, denn die Beschreibungen der Landschaften bleiben ebenso flach und unberührend wie die Leute. Gähn.

Und zum Schluss, als ich immer noch hoffte, einen großen Knaller an Enthüllung zu erleben, hatte ich sogar den Eindruck, die letzten Seiten seien nur noch hingerotzt worden, um eine Story zum Abschluss zu bringen, die von Beginn an kein Ziel hatte, auf die der Autor irgendwie keinen Bock hatte. Schade, schade, schade.

Den zweiten Stern gibt‘s nur dafür, dass es doch noch zwei bis drei Insider-Infos von La Palma gab, die ich noch nicht wusste.